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Recode: Kara Swishers Erfolgsformel für Blogger

Klara Swisher ist eine unscheinbare Person, gekleidet wie eine Studentin mit schüchternen Augen und schwarzen Haaren. Bei einer Party an einem Samstagabend würde man sie wahrscheinlich übersehen. Sobald man ihr für nur einen Augenblick zuhört, mag man den ganzen Abend nicht von ihrer Seite weichen.

Swisher arbeitete am Wall Street Journal, wo sie das populäre Blog „All Things Digital“ schrieb, bevor sie ihr eigenes Medienunternehmen startete: http://recode.net. Das Blog berichtet über alles, das in der digitalen Welt passiert, besonders in Silicon Valley (“Tech News, Review. Analysis”). Kara Swishers Haltung: sehr resolut, kein Raum für Zweifel. An diesem Samstagabend würde sie sagen: „In einem Medienunternehmen gibt es eine Menge Leute, die einander im Weg sind und verhindern, dass andere arbeiten.“ Ihre Empfehlung? „Seien Sie nicht faul!“

Swishers Erfolgsformel: Inhalt + Netzwerk = Relevanz

Recode Kara Swisher

Recode von Kara Swisher

Swisher und ihr kleines Team tun jetzt, was einst die Aufgabe der traditionellen Medienunternehmen der Vergangenheit war: relevant sein durch Inhalt. Recode.net hat eine Stimme, die Menschen im digitalen Geschäft nicht überhören dürfen. Swishers Aussagen haben Macht. Sie ist eine Autorität. Und ihr Geschäftsmodell ist recht überzeugend.

Mehrmals im Jahr bringt sie Marktführer des Technologiesegments zusammen, um miteinander zu teilen, was in der Branche los ist. Das ist nichts Besonderes, aber wegen ihres Ansehens, das sie durch den Inhalt bei recode.net erreicht hat, kommen höchst platzierte Führungskräfte. Sie sprechen miteinander und machen Geschäftsverbindungen bei ihren Events.

Die Eintrittsgebühr ist hoch: 6500 US-Dollar. Und die Warteliste ist lang. Was für eine faszinierende Kombination: Inhalt + Netzwerk = Relevanz. Dieser Erfolgsfaktor kann sehr oft in der digitalen Welt beobachtet werden.

Wie Kara Swisher im Digitalen zum Vorbild aufstieg

Kara Swisher mit Mobiltelefon

Kara Swisher mit Mobiltelefon      Foto: Wikipedia

Forbes nutzt seinen großen Markennamen, um mit 1 200 Autoren, Freiberuflichen und Mitarbeitern wichtige Themen zu besprechen und Links zwischen ihnen auf einer sozialen Schicht zu erstellen, und um damit das Engagement der Nutzer bei diesen Diskussionen zu erweitern. Für Unternehmen, die daran interessiert sind, ist es, einfach sich zu beteiligen. Die Gebühr: 50 000 Dollar pro Monat, um jemanden als offiziellen Mitwirkenden dabei zu haben („brand voice“).

Es ist wie beim Business Social Network LinkedIn an: Geschäftsleute sortieren sich selbst in persönliche oder berufliche Interessen und liefern Daten, nützlich für Firmen, die neue Führungskräfte suchen. Headhunter zahlen viel Geld für den Zugriff auf diese Daten und sparen viel Zeit beim Lösen von Personalfragen. Es ist die oben schon genannte Kombination: Inhalt + Netzwerk = Relevanz.

Das haben traditionelle Medienunternehmen verpasst: das Publikum als Teil von ihrem eigenen Inhalt zu sehen. Traditionelle Medienmarken veröffentlichen und lassen Menschen reagieren, aber ziehen keinen ernsthaften Austauschprozess in Betracht. Leser und Leserinnen, zum Beispiel, können die Angebote in Kleinanzeigen nicht bewerten.

Natürlich organisieren Zeitungen Diskussionsrunden und laden Leser zum Mitmachen ein. Das ist jedoch kein Plan. Inhalt + Netzwerk = Relevanz ist die beste Lektion, die wir lernen können.

Kara Swisher hat inzwischen Anteile an ihrer Firma verkauft: an den digitalen Publisher Vox Media (“The Verge”).

Pit Gottschalk hat als Entrepreneurial Journalist und Digital Publisher Medienmarken wie Sport-Bild und Top.de aufgebaut und geprägt. Er ist Board Member in der International News Media Assoziation (INMA) und berät weltweit Medienunternehmen Weitere Artikel von Redaktion
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