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iTopnews: 10 Fragen an Michael Gronau

Michael Gronau war erfolgreicher Sportressortleiter bei der Berliner Boulevardzeitung BZ, als er 2011 eine Website mit Namen „iTopnews“ startete, die sich mit Apple-Produkten befasst. Er tat das aus Leidenschaft, und als die Site wuchs und wuchs, traf er eine mutige Entscheidung: Er verließ Axel Springer, um vollumfänglich für iTopnews zu arbeiten. Sein Vorbild war – Steve Jobs. 10 Fragen an Michael Gronau.

Das Projekt iTopnews über Apple-Produkte wurde jahrelang neben dem Beruf als Sportchef der Berliner Boulevardzeitung BZ produziert. Wann kommt der Zeitpunkt, dass man sagt: Das ist kein Spaß mehr allein, davon will ich leben – ich mache mich selbständig?

Spätestens, wenn App und Website eine Million Seitenaufrufe pro Monat übersteigen und man selbst gern mehr bei seinem eigenen Projekt eingreifen würde – und vor allem: müsste.

Wie viel Mut gehört dazu, seine Komfortzone in einem Medienkonzern zu verlassen?

Michael Gronau am neuen Arbeitsplatz iTopNews

Michael Gronau am neuen Arbeitsplatz iTopNews

Ich zitiere dazu gern mal Steve Jobs aus seiner berühmten Stanford-Rede: „…and most important: have the courage to follow your heart and intuition, they somehow already know what you truly want to become. Everything else is secondary.“

Wie groß ist die Mannschaft und wie viele Texte werden pro Woche produziert?

Das iTopnews-Team besteht inzwischen aus sieben Kollegen, fünf in der Redaktion plus zwei Techniker für die Weiterentwicklung der Software. Am Tag produzieren wir in der Regel etwa 20 Texte im Schnitt – zwischen 6 Uhr früh und Mitternacht, wenn es nötig ist, auch noch später.

Und wie sicher sind die Arbeitsplätze? Das heißt: Wie viel Traffic, wie viel Wachstum?

Seit Ende letzten Jahres haben wir etwa eine Million Seitenaufrufe im Monat hinzugewonnen. Wir wachsen beständig. Jeder Mitarbeiter weiß, dass er bei einem Startup arbeitet. Mit weiteren Sideprojekten wie der Contentbetreuung von getupcoming.com oder meiner Arbeit als freier Technik-Autor stabilisieren wir die Firma.

Womit verdient iTopnews das Geld?

Unser Geld verdienen wir mit Affiliate-Partnerprogrammen. Wenn unsere Leser eine App oder ein Gadget, das wir empfehlen, kaufen, erhalten wir Provision. Der Leser selbst zahlt den unveränderten Kaufpreis, unterstützt uns aber auf diese Weise. Außerdem haben wir mit VerticaltechMedia einen der erfolgreichsten deutschen Vermarkter von Tech-Websites im Boot.

Und was muss man bei dieser spitzen Zielgruppe beachten?

So spitz ist unsere Zielgruppe gar nicht. Selbst User, die in der Regel Apple-Produkte nutzen, interessieren sich auch für die Produkte der Konkurrenz, die wir ebenfalls regelmäßig beleuchten. Wer eine Apple-Fanboy-Seite sucht, ist bei iTopnews falsch aufgehoben.

Wie und womit hat iTopnews seinen Traffic und seine Stammleserschaft aufgebaut?

In erster Linie sind wir organisch gewachsen. Zu Beginn habe wir auch diverse Werbeformen getestet. Damit erreicht man kurzfristig durchaus die Top 50 der App-Store-Charts. Uns war aber Nachhaltigkeit und Glaubwürdigkeit wichtiger. Das honorieren unsere Leser. Wir empfehlen nur Apps und Gadgets, die uns selber gefallen. Versteckte Werbung finden sie bei uns nicht. Werbung wird bei uns auch als solche gekennzeichnet. Das schafft Vertrauen.

Welche Eigenschaften muss man als Macher von einer Website wie iTopnews mitbringen, um durchzuhalten?

Natürlich Durchhaltevermögen – und Spaß an der Arbeit. Ursprünglich war iTopnews ja als Hobby-Projekt gedacht. Am 23. Mai 2011 sind wir erstmals live gegangen. Am nächsten Tag sah ich in Google Analytics: 32 Besucher, 51 Seitenaufrufe. Wir waren damals zu zweit, nach sechs Monaten sagte mein Partner: „Du, lass mal, das schlaucht zu sehr.“ Ich war mir hingegen sicher, dass iTopnews seine Leserschaft findet. Gemeinsam mit meinem neuen Geschäftspartner Tobias Kick haben wir die Seite dann immer weiter ausgebaut. Als ich noch bei Springer angestellt war, passierte das morgens ab 5, 6 Uhr vor der Arbeit. Und abends ab 20, 21 Uhr nach der normalen Arbeit. Bis weit nach Mitternacht. Das macht eigentlich keine Ehefrau mit, meine dankenswerterweise schon…es hat sich gelohnt, durchzuhalten. Aber die alten Kollegen vermisse ich schon auch.

Nimmt Apple die Website ernst?

Wir stehen mit Apple in regem Austausch, arbeiten aber journalistisch unabhängig.

Gab es Versuche von anderen Herstellern, zum Beispiel von Samsung, prominenter in der Berichterstattung berücksichtigt zu werden?

Die gab und gibt es, nicht nur von Samsung. Samsung hat uns ungefragt in seinen Presseverteiler aufgenommen, aber das ist ja völlig legitim. Auch andere Apple-Mitbewerber unterrichten uns regelmäßig über neue Produkte und Veranstaltungen. In unserer iTopnews-Rubrik „Alles außer i“ greifen wir die spannendsten Geschichten auch immer wieder auf. Der Blick über den Tellerrand ist mir wichtig. iTopnews.de und auch getupcoming.com, das für iOS und Android erhältlich ist, sind so gesehen ja auch Lifestyle-Websiten – und keinesfalls eindimensional ausgerichtet.

Sie wollen auch eine Website starten: Hier klicken – da steht’s, wie Sie professionell beginnen können.

Pit Gottschalk hat als Entrepreneurial Journalist und Digital Publisher Medienmarken wie Sport-Bild und Top.de aufgebaut und geprägt. Er ist Board Member in der International News Media Assoziation (INMA) und berät weltweit Medienunternehmen Weitere Artikel von Redaktion
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