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Im Sport Mediapreneure-Arbeit fortsetzen

Warum geht jemand, der im Top-Management von Axel Springer gearbeitet hat, zurück in den Sport? Der Schritt in den Sportjournalismus, wo ich einst als Reporter gearbeitet habe, vollzieht nur, was ich bei den Mediapreneure von Anfang an gepredigt habe: Der moderne Journalist hat eine Identität. Im Mission Statement steht wörtlich: „Identität mit dem, wofür sein Name steht, Identität bei seiner Arbeit und in seinem Marktumfeld.“

Im Sport Mediapreneure foerdern

Bis 2008 als Chefredakteur bei Sport Bild

Jetzt zieht es mich also zurück zum Sport, wo alles anfing. Genauer: zur Funke Media Group in Essen, wo eine Sport-Zentralredaktion zunächst für die Funke-Zeitungen in Nordrhein-Westfalen (WAZ, Westfalenpost und NRZ sowie WR und IKZ und Reviersport) und ab Sommer 2016 für alle anderen Funke-Zeitungen (u.a. Hamburger Abendblatt und Berliner Morgenpost) aufgebaut wird. Zu den Hauptaufgaben gehört die Digitalisierungsstrategie in diesem Kompetenzzentrum, u.a. der Sport-Channel „Sport im Westen“ und die Fußball-App „Mit Picke“.

Ja, ich bin wieder im Sport – Mediapreneure-Arbeit aber geht weiter. Und ich will in diesem Beitrag erklären, wie das zusammenpasst: Sport und Digitalisierung, und warum dieser Schritt passt und logisch ist. Doch der Reihe nach.

In der Pressemitteilung der Funke Media Group vom 9. November 2015 heißt es:

 

„Pit Gottschalk ist die optimale Besetzung für die neue Position des gruppenweiten Sportchefs, denn er vereint wie kein Zweiter sowohl sportjournalistische Kompetenz als auch Erfahrung im Aufbau neuer crossmedialer Einheiten“, sagt Matthias Körner, Verlagsgeschäftsführer NRW. „Nordrhein-Westfalen ist mit je fünf Erst- und Zweitligisten Fußball-Kernland, und deswegen ist es ein logischer Schritt, das neue Kompetenzzentrum am Stammsitz der FUNKE MEDIENGRUPPE aufzubauen.“

„Sport spielt in Deutschland eine überragende Rolle und ist eine leserbindende und erfolgreich zu vermarktende Größe in Print und Digital. Pit Gottschalk wird der Sportberichterstattung der gesamten FUNKE MEDIENGRUPPE ein neues, stärkeres Gewicht verleihen“, sagt Manfred Braun, Geschäftsführer der FUNKE MEDIENGRUPPE.

 

Von Klitschko 2006 ausgezeichnet

Von Box-Weltmeister Klitschko 2006 ausgezeichnet

Bevor ich erkläre, welche Rolle die Kollegin Ulrike Langer bei meiner Entscheidung spielte und was Mediapreneure daraus lernen können, möchte ich kurz die Reaktion zusammenfassen – das ist nicht unwichtig. Denn einerseits wird dadurch  aufgezeigt, wofür man steht. Und sorgt andererseits für zusätzliche Motivation und Backlinks. Der Branchendienst Meedia vermutet: „Tatsächlich entsteht in Essen etwas Großes.“

Und Kollege Bülend Ürük vom Kress schrieb in seinem Statement:

 

Gottschalk, dem auch exzellente Managementfähigkeiten nachgesagt werden und der bei Axel Springer schon für andere Aufgaben ausgewählt war, verantwortete drei Jahre lang das Büro von Mathias Döpfner, bevor er 2012 zum Managing Director für Content Management ernannt wurde. Für Gottschalk, der sich in den vergangenen Jahren immer wieder auch intensiv mit journalistischen, digitalen Startups beschäftigt hat, warten bei Funke neben dem Sport, seiner Leidenschaft, noch weitere Aufgaben.

 

Und damit schließt sich der Kreis. Mein halbes Berufsleben habe ich im Sport gearbeitet. Für meine Leidenschaft. Bei der Abendzeitung in München. Bei Sport-Bild in Hamburg. Bei der Welt-Gruppe in Berlin. Danach Wechsel ins kühlere Management. Digitalisierung von Redaktionen vorangetrieben. Eigene Webportale zum Erfolg geführt, zum Beispiel Top.de. Jetzt also wieder Sport. In den vielen Glückwünschen und Kommentaren kam niemand auf die Idee, dass die Rückkehr in den Sport ein Rückschritt sein könnte. Über 300 Facebook-Likes erhielt die Nachricht in den ersten 24 Stunden nach Bekanntgabe. „Back to the roots“, hieß es häufig.

Gleichzeitig erwähnte der Branchendienst Horizont die Digitalisierungsstrategie, die mit den Mediapreneuren ihren Ausdruck fand: „Zuletzt unterstützte er mit seiner Beratungsagentur Pit Gottschalk Consulting Redaktionen beim Change Management und bei der Digitalisierung. Zudem baute er das Startup Mediapreneure mit auf, das Journalisten für die Digitalisierung schult.“ Ich schrieb, zusammenfassend: „Zurück in die Zukunft. Wieder Chefredakteur.“

Es gibt auch im Sport Mediapreneure

Digitale Transformation

Digitale Transformation als Mediapreneure

Denn hier kommt Ulrike Langer ins Spiel. Die Beraterin und Dozentin aus Seattle, auch Referentin beim Digital Bootcamp, vertritt in ihren Vorträgen das Geheimnis des Sweet Spots: jene Schittmenge, wo sich Leidenschaft, Kompetenz und Marktbedarf in der Nische überlappen und Erfolgspotenzial bietet. Oder wie es der XXL-Fußballmanager Reiner Calmund sagen würde: „Erfolg ist die Summe aus Leidenschaft und Kompetenz.“

Für Mediapreneure bedeutet das: Kenntnisse über die Mechanismen des Internets, wie man zum Beispiel Traffic aufbaut und zu Geld macht, ist das eine; das andere die Leidenschaft für das Thema, über das ein Journalist oder ein Blogger schreibt. Klingt banal? Ist es nicht. Ein Business Coach erzählte mir, wie oft Angestellte ihren Job zwar professionell erledigen, aber halt ohne dafür zu brennen; er nannte sie „Söldner“. Auch das Gegenteil sah er als falsch an: Wer sich persönlich zu 100 Prozent mit seinem Beruf identifiziert, ja fast schon abhängig vom Berufserfolg ist, der ist genau das: abhängig. Jedes Auf und Ab wird persönlich genommen. Das ist null professionell.

Im Sport Leidenschaft und Kompetenz verbinden

Leidenschaft zum Thema mit der eigenen Kompetenz zu paaren, eine fruchtbare Schnittmenge zu finden: Das ist professionell. Der Sweet Spot. Man muss sich nur zur Leidenschaft bekennen. Der frühere BZ-Sportchef Michael Gronau hat nie einen Hehl aus seiner Passion für Apple-Produkte gemacht und daraus ein Business entwickelt – und dafür sogar seine Komfortzone bei Axel Springer verlassen. Ich mache wieder Sport.

Und darum ist auch nicht falsch, was ich kürzlich Karsten Lohmeyer im Interview bei Lousy Pennies sagte: „Die Mediapreneure GmbH ist mein Dankeschön an den Journalismus: dass ich Journalisten beim unternehmerischen Denken und bei der Digitalisierung helfe.“ Ich bin im Sport und werde im Sport Mediapreneure-Arbeit fortsetzen.

Pit Gottschalk hat als Entrepreneurial Journalist und Digital Publisher Medienmarken wie Sport-Bild und Top.de aufgebaut und geprägt. Er ist Board Member in der International News Media Assoziation (INMA) und berät weltweit Medienunternehmen

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